Die Gründung der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg Hülzweiler fand im Jahre 1930 in der Privatwohnung von Nikolaus Blaß in der Bergstraße statt. In dieser Wohnung, die die Familie den Pfadfindern zur Verfügung stellte, wurden in den ersten Jahren die Gruppenstunden abgehalten. Zu den Gründern zählten außer Nikolaus Blaß: Peter Pohl, Peter Trenz, Josef Kelkel, Nikolaus Jungmann sowie Karl Göbel. Der erste Stammesvorsitzende, damals noch Feldmeister genannt, war Nikolaus Jungmann. Stammeskurat, also geistlicher Beirat, war der damalige Kaplan Rech. Aus einer kleinen Gruppe von 12 bis 14 Jungen wurde im Laufe der Zeit ein Stamm von 50 Mitgliedern, bis die Pfadfinderschaft im Jahre 1938 nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten verboten wurde. In der Folgezeit gab es zahlreiche Auseinandersetzungen mit der Hitlerjugend und der NSDAP. Der Tragen der Pfadfinderkluft wurde verboten, Geld- und Zuchthausstrafen wurden verhängt. Die Neugründung fand 1946 durch Josef und Nikolaus Jungmann, Stefan Lessel, Nikolaus Strauß, Klaus Hoffmann und Heinrich Lessel statt. Durch den 1. Vorsitzenden Josef Jungmann und die übrigen Gründer wurde das erste Pfadfinderheim finanziert und auf dem Gelände des ehemaligen Gasthauses „Emm-Nickel” erstellt. In dieser kleinen Holzbaracke mit zwei kleinen Räumen fand die erste Pfadfinderarbeit nach dem Kriege statt. Ende 1948 übernahm Gerhard Woll die Führung des Stammes.

Zwei Jahre später musste unser erstes Heim wegen Bauarbeiten abgerissen werden. Unter der Leitung des damaligen Pfadfinders Willi Strauß wurde in der Gräth ein neues Heim in Angriff genommen, dessen Einweihung im Juni 1951 durch Kaplan Martin und den neu eingeführten Pastor Rommelfanger erfolgte. In diesem schön ausgeschmückten Heim wurden viele Hülzweiler Jungs in Gruppenstunden und Schulungen mit den Zielen und Aufgaben der Pfadfinderei vertraut gemacht. Hier lernten sie, sich selbst zu verwirklichen und sich für Freiheit, Menschlichkeit und Frieden zu engagieren. In zahlreichen Wochenendlagern, jährlichen Stammeslagern und Fahrten wurde ihnen Naturverbundenheit und Gemeinschaftsleben näher gebracht. Im Jahre 1969 musste unser Heim in der Gräth erneut öffentlichen Baumaßnahmen weichen und die Pfadfinder standen wiederum im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße. Hätte nicht Gerhard Woll seine Kellerräume und später sein Grundstück für die Errichtung des mittlerweile dritten Heimes zur Verfügung gestellt, wäre es um die Pfadfinder in Hülzweiler schlecht bestellt gewesen. Auch dieses Heim wurde in Eigenleistung gebaut und an Pfingsten 1973 durch den damaligen Kaplan Brunder eingeweiht. Diese Einweihung war gleichzeitig der Anlass für ein über lange Jahre hinweg weithin bekanntes und sehr beliebtes Gartenfest um das Pfadfinderheim herum.

Durch das neue Heim steigerte sich auch der Zulauf bei den Pfadfindern und so musste das Heim in der Adenauerstraße im Jahre 1977 um einen Raum erweitert werden. Auch über die reine Gruppenarbeit hinaus entstand ein Treffpunkt für vielfältige Aktivitäten, z.B. auf für regelmäßige Treffen mit Behinderten und Nichtbehinderten des Vereins Treff ´81. Im Juni 1985 fand es unser langjähriger Stammesvorsitzender Gerhard Woll an der Zeit, die Verantwortung nach 37-jähriger Tätigkeit an jüngere abzugeben, wobei der Vorsitz mit Gerdi Lauer quasi in der Familie blieb. Dass dies bei ihm jedoch nichts mit Ruhestand zu tun hatte, zeigte sich daran, dass er auch weiterhin im Vorstand mitarbeitete und noch im gleichen Sommer eine Ferienfreizeit leitete. Im März 1986 übernahm Hans-Jürgen Woll die Leitung des Stammes, ab Mai 1987 war Jens Strauß und ab September 1989 Josef Mark für die Leitung des Stammes verantwortlich. In dieser Zeit entstand auch zum ersten Mal der Gedanke, einen eingetragenen Verein als Rechtsträger für die DPSG zu gründen und über kurz oder lang ein Pfadfinderheim auf eigenem Grund und Boden zu errichten. Um die ideellen und materiellen Voraussetzungen für die weitere pfadfinderische Arbeit sicher zu stellen und insbesondere die Errichtung des neuen Pfadinderheimes neben dem Hundeheim in der Rodenackerstraße zu fördern, wurde am 15. März 1991 der Förderverein der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg Hülzweiler gegründet. Erster Vorsitzender des Fördervereins war Josef Mark.

Höhepunkt der seit 1989 bestehenden Kontakte zu den israelischen Scouts aus Ramat-Efal bildete im Sommer 1991 der Gegenbesuch der Scouts in Hülzweiler. Einen großen Verlust hatten die Pfadfinder zu beklagen, als am 25. November 1991 Gerhard Woll im Alter von nur 63 Jahren verstarb. Er, der fast vier Jahrzehnte die Geschicke der Hülzweiler Pfadfinder bestimmt und für deren Weiterbestehen maßgeblich verantwortlich war, konnte ihnen nun nicht mehr mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

In der Stammesversammlung vom 9. Oktober 1992 übernahm Gerdi Lauer wieder den Stammesvorsitz der DPSG Hülzweiler. In dieser Zeit gab es auch die ersten Aktivitäten auf dem neuen Gelände in der Rodenackerstraße, als dort unter der Schirmherrschaft des damaligen Umweltministers Jo Leinen eine Baumpflanzaktion durchgeführt werden konnte und die ersten Arbeiten zur Erschließung in Angriff genommen wurden. Bereits im Januar 1993 konnte Gerdi Lauer im Rahmen des Elternabends die Baupläne für das neue Pfadfinderheim vorstellen und am 25. Juni 1993 war es dann soweit: der erste Spatenstich erfolgte und der Bau begann. Zum Neubau selbst sollen an dieser Stelle nur einige Daten zur Erinnerung stehen:

  • Oktober 1993: Grundsteinlegung unter der Schirmherrschaft von Umweltminister Jo Leinen
  • 5. Februar 1994: Richtfest
  • 3. Mai 1994: erste gemeinsame Sitzung der Vorstände der DPSG und des Fördervereins im Rohbau
  • 24. Juni 1995: Einweihung mit Einsegnung, erstes Sonnenwendfest am neuen Pfadfinderheim
  • August 1995: erster Einbruch im neuen Heim

In der Folgezeit erlebte die DPSG Hülzweiler —insbesondere durch die neuen Räumlichkeiten — einen ungeahnten Aufschwung. Umweltaktionen, Fußball- und Volleyballturniere, Treffen mit Behinderten, Begegnungen mit anderen Stämmen sowie ungarischen und französischen Jugendgruppen fanden nachhaltigen Anklang in der Öffentlichkeit. Auch ehemalige Rover, deren Kinder zum Teil schon in verschiedenen Gruppen aktiv sind, entdeckten ihre Liebe zur Pfadfinderei neu: die Gruppe der Altrover wurde gegründet.

Im April 1996 übernahm schließlich auch die Jugend Verantwortung im Stamm: Roman Lauer und Dieter Luxenburger wurden zu gleichberechtigten Stammesvorsitzenden gewählt, während Gerdi Lauer dem Förderverein — bis heute — weiter erhalten blieb. Im April 2001 übernahm Christoph Linn das Amt von Roman Lauer, während Dieter Luxenburger weiter als StaVo zur Verfügung stand. Dieter musste seine Amtszeit allerdings vorzeitig beenden und so wurde Alexander Oster im Juni 2002 zum Nachfolger gewählt.

Neben den vielen Gruppenstunden und pfadfinderischen Aktivitäten engagieren sich die Pfadfinder heute vor allem im sozialen Bereich und im Dienst der Gemeinschaft. Dazu gehören auch

  • die Durchführung von Ferienfreizeiten und Gruppenleiterschulungen,
  • die Mitwirkung bei den Jahresaktionen der DPSG für Frieden und Gerechtigkeit in der Dritten Welt,
  • die jährliche Mitwirkung bei der Bolivien-Kleidersammlung,
  • Aktionen zur Verbesserung der Umwelt,
  • Treffen mit Behinderten,
  • Mitwirkung an Veranstaltungen der Gemeinde und Pfarrgemeinde.

Im Jubiläumsjahr 2005 können wir die stattliche Mitgliederzahl von über 100 Mädchen und Jungen, jungen Erwachsenen und erwachsenen Mitarbeitern verzeichnen. Die Pfadfinder werden sich auch in Zukunft bemühen, getreu ihren Leitlinien

  • Leben in Hoffnung
  • Leben in Freiheit,
  • Leben in Wahrheit und
  • Leben in tätiger Solidarität

ihrer Verantwortung in der Gesellschaft weiter gerecht zu werden.